03.09.2014

2014 – Der Schneckensommer

Der Sommer 2014. Das ginge ja noch; wir hatten nie Grund zum Schwitzen. Wir legten wenig Geld für Grillparties, Glacé und für die Badi hin. Auch das Rheinufer blieb sauberer als manches Jahr zuvor, das wird die Saubermänner und die Putzteufelis freuen, Ja, alles in allem kann man zufrieden sein mit dem Sommer, man sollte alles stets positiv beurteilen – das Gute in allem sehen. Abends sassen wir weniger draussen, und liessen uns drin vor der Glotze verblöden. Die Kinobetreiber dürfen ihre Bilanz wohl besser als je zuvor abschliessen, sie werden es als ihren besten Sommer bezeichnen. Nun ja, man kann ja niemandem die Schuld zuschieben. Aber etwas an diesem Sommer war und ist noch immer sehr störend und unangenehm: Diese Schnecken überall! Es ist eine Invasion! Man hat sie am Fahrrad kleben, weil sie den Velostreifen pflastern, sie pflutschen zwischen den Zehen hervor, wenn man nich acht gibt, sie kleben am Flipflop, die Kinder spielen damit, oder man findet sie sogar auf dem Klo im Büro. Also die schleimen dort nicht nur rum, sondern sie liegen am Boden und vertrocknen zu dunklen harten Schnäpis. Aber die Schnecken, die finden diesen Sommer ziemlich geil. Ich seh schon die Schnecken-Nachrichten, das Schnecken-Meteo, in welchem die Schnecke im TV den schleimigen Kerlen die feuchte Wetterprognose erklärt. bei den Schnecken stört sich auch niemand daran, wenn die sagen, was die Schnecke am TV ihnen erzählt hat. Und besonders an so einem Sommer setzen wir uns mit der Klimakatastophe auseiander. Vielleicht sollten wir den Schnecken die Schuld geben? Wofür sind die überhaupt gut? Und das bringt mich nun auch zur Konklusion aus dem ganzen, nämlich zur Erkenntnis, dass wir nicht an der Klimakatastrophe zugrunde gehen werden (obschon ich das ausschliesse), und auch nicht an Nahrungsknappheit, solange sich die Schnecken selbst in Schneckenbrei verwandeln, nein, angesichts der kotzüblen Schneckensauerei um uns herum sterben wir wohl im Schneckensalat.

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